Schauenburger Märchenwache

Foto: Dieter Schwerdtle +

2020


 liche Einladung zu den Veranstaltungen 2020


Gertraud Klemm liest aus »Hippocampus«

Fällt  leider aus!

Sa. 10.10.2020 / 19:00 / 12 €, VVK 10 €
 
Ev. Kirche Martinhagen
 
Helene Schulze, vergessene Autorin der feministischen Avantgarde, ist tot. Jetzt wird sie als Kandidatin für den Deutschen Buchpreis gehandelt. Ihre Freundin Elvira Katzenschlager soll den Nachlass sortieren und findet sich unversehens in einer Marketingmaschinerie voll Gier, Neid und Sensationsgeilheit wieder. Empört bricht sie ein großes Nachruf-Interview ab und begibt sich mit dem wesentlich jüngeren Kameramann Adrian auf einen Roadtrip durch Österreich, um die verzerrte Biografie ihrer Freundin richtigzustellen. Was als origineller Rachefeldzug beginnt, wird immer mehr zum Kreuzzug gegen Bigotterie und Sexismus. Sie verkleiden Heldenstatuen, demontieren Bildstöcke und stören Preisverleihungen. Immer atemloser, immer krimineller werden die Regelbrüche der beiden auf ihrem Weg nach Neapel, wo die letzte Aktion geplant ist.
Gertraud Klemm legt den Finger dorthin, wo es wehtut. Am Beispiel der Literaturbranche zeigt sie, wie es um die gleichberechtigte Wahrnehmung von Frauen tatsächlich steht; und dass es mehr Rebellion und Mut braucht, um wirklich etwas zu verändern.
»Symbole allein, das weiß sie schon, funktionieren nicht als Protest, denn Symbole tun niemandem weh; und wenn es nicht wehtut, berührt es nicht, und wenn es nicht berührt, kann man es gleich bleiben lassen.«
 
Gertraud Klemm liest aus »Hippocampus«
Ev. Kirche Martinhagen

»Der fremde Ferdinand«

Fällt  leider aus!

Sa. 14.11.2020 / 19:00 / 6 €

Von den Brüdern Grimm ist viel die Rede. Ihr Bruder Ferdinand, der ein eigenes Werk von Fabeln und Märchen zusammentrug, ist heute vergessen. Als »schwarzes Schaf« der Familie endete er als 58-Jähriger, elend und verlassen.

Nach der kulturhistorisch-philologischen Spurensuche nach Goethes unbekanntem Großvater (Monsieur Göthé, Band 391) nehmen sich Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz die unausgeleuchteten Winkel der Familie Grimm vor. Sie entdecken, nach dem »Malerbruder « Ludwig Emil (Folioband, 2015): Ferdinand, den Unglücksraben der Märchen- und Sagensammlerfamilie.

Ferdinand Grimm (geboren 1790 in Hanau und früh gestorben in Wolfenbüttel) war der bunte Vogel, ein scheckiger Unglücksrabe unter den sechs Geschwistern der Familie. Auf dem Gebiet der Literatur und Volkserzählungen zu reüssieren, war sein Wunsch und Ziel: Er sammelte und publizierte Märchen und Sagen, war ein großer Kenner der Schriftkultur seiner Zeit, schrieb wunderbare Briefe. Doch die »Brüder Grimm« blieben immer nur Jacob und Wilhelm. Ferdinand fehlte nicht nur der unbändige Lern- und Arbeitseifer seiner berühmten Brüder, ihm fehlte immer auch das Geld. Jacob und Wilhelm unterstützten ihn in einer Art repressiver Fürsorge. Sie gaben ihm Geld, aber ständig auch strenge, wenn nicht herablassende Ratschläge.
In seinem unglücklichen, eigenbrötlerischen Leben half er auch seinen Brüdern beim Zusammentragen von Sagen und Märchen. Er war ein umfassend orientierter Sammler, der auch – anders als seine Brüder – zu den Leuten ging und ihnen bei ausgedehnten Wanderungen zuhörte. Seine drei Anthologien veröffentlichte er unter verschiedenen Pseudonymen, wohl, um seinen Brüdern nicht ins Gehege zu kommen. So ist ein immenser, weitgehend unbekannter Schatz entstanden, aus dem in diesem Buch geschöpft wird.
Der neueste Streich des Duos Boehncke und Sarkowicz versammelt Sagen, Märchen, Briefe und andere Texte neben einem ausführlichen biographischen Essay, der dem »fremden Ferdinand« endlich Gerechtigkeit widerfahren lässt: Denn Ferdinand Philipp Grimm, der am Ende seines Lebens in die Bibliotheksstadt Wolfenbüttel gezogen war, brachte die Nähe der Bücher kein Glück.

»Der fremde Ferdinand«
Märchenwache, Lange Straße 2, 34270 Schauenburg
 

Heilige Nacht

Eine Weihnachtslegende von Ludwig Thoma

So. 20.12.2020 / 18:00 /15 €, VVK 12 €

Ev. Kirche Martinhagen

"Jetzt, Leuteln, jetzt hört ́s einmal zua! Mein Gsang is wohl ein wenig alt,
Es is aber dennoch schön gnua.
Ich mein, daß 's euch allesammt gfallt."

So beginnt die wohl bekannteste Weihnachtsgeschichte im Süddeutschsprachigen Raum - Ludwig Thomas „Heilige Nacht“ - ein Klassiker der bayrischen Literatur. Spätestens wenn die erste Strophe des ersten Zwischengesangs erklingt, dann ist der Zuhörer dem Zauber der Weihnachtslegende erlegen. Egal, ob er den bairischen Dialekt liebt oder ihn versteht, egal ob er mit der Geburt Christi etwas anfangen kann oder nicht. Seit Thoma vor beinah 100 Jahren die Idee hatte, die biblische Legende in einem oberbayerischen Dorf spielen zu lassen, hat der Text nichts von seiner Kraft verloren und bleibt mit seiner Kernaussage bis heute hochaktuell. ImZeitalterinderdieKluftzwischenArmundReichimmer größer wird, der Zerfall der Mittelschicht immer weiter voranschreitet, die Altersarmut steigt, Familien aus den Ballungsräumen aufgrund unbezahlbarer Mieten wegziehen müssen - hat dieser Text eine hochaktuelle Brisanz.

Mit unglaublicher sprachlicher Vielfalt liest Franz Josef Strohmeier, umrahmt von festlicher Zithermusik (Axel Rüdiger), die Weihnachtslegende von Ludwig Thoma.



Kartenreservierungen für alle Veranstaltungen unter:

telefonisch: 05601 92 56 78 und 0177 296 10 69

online:

Tickets

Ihre Tickets erhalten Sie ganz bequem über unser automatisches Reservierungssystem.
Klicken Sie dafür auf den unten stehenden Button "Tickets".
 
Wenn Sie lieber telefonisch reservieren wollen, geht das natürlich auch:
05601 92 56 78 und 0177 296 10 69

Ev. Kirche Martinhagen

Partner


Öffnungszeiten

Von Anfang November bis Ende März ist die Märchenwache nur am jeweils 1. Sonntag im Monat von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet.


Ab sofort gibt es bei uns "Digi-Grimm":

Wenn Sie wegen der Pandemie nicht zu uns kommen können, kommen wir halt zu Ihnen nach Hause. Aber keine Sorge, Sie brauchen keinen Kuchen zu backen und keinen Kaffee zu kochen. Menschen aus dem Landkreis und der Stadt Kassel erzählen Ihnen per Video Märchen der Brüder Grimm.

Um auf die Video-Seite zu gelangen, klicken Sie auf den roten Sessel.

Hier können Sie unseren Newsletter abonnieren

Unser aktueller Programmflyer:


» Die Riesenholzschnitte für die Schauenburger Märchenwache «

wurden zur Eröffnung der Märchenwache im Juni 1997 mit einer Straßenwalze vor vielen Zuschauern gedruckt, die sich später Detaildrucke abreiben konnten.

So finden Sie uns: